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Vorwort

Liebe Leserinnen, Leser und andere, in euren Händen haltet ihr Wege der Vereinigungen – ursprünglich war dies ein Namensvorschlag für einen Band über aventurische Organisationen.

Zwar wurde die Bezeichnung nicht für ihren ursprünglichen Zweck verwendet, aber der Titel tauchte dann doch als Aprilscherz im Aventurischen Boten 152 auf. Wir hatten nicht damit gerechnet, dass wir nach der Veröffentlichung des Boten auf ein so großes Interesse seitens der Spielerschaft für einen Band über aventurische Erotik stoßen würden.

Zwar konnten wir Wege der Vereinigungen nicht sofort in Angriff nehmen – es gab zum damaligen Zeitpunkt noch andere Baustellen –, aber wir gaben die Idee nicht so schnell auf. Anfang 2017 nahmen dann die konkreten Planungen wieder an Fahrt auf und nun könnt ihr das Ergebnis dieser Arbeit in euren Händen halten. Erotik und Sex sind Themen, bei denen man vieles falsch machen kann. Man kann Menschen dabei unheimlich leicht diskriminieren und verletzen, ohne dass man das möchte. Aus diesem Grund will ich euch ein paar unserer Gedanken zu diesem Band ausführen (und noch mehr dazu auf Seite 223 [Anmerkung: redaktonelle Begleitworte; siehe unten]).

Wege der Vereinigungen soll in erster Linie unterhaltsam sein und nimmt sich selbst nicht allzu ernst. Bei unseren Darstellungen, sowohl bei Texten als auch bei Illustrationen, haben wir versucht, die ganze aventurische Vielfalt darzustellen. Es gibt einige sehr explizite erotische Inhalte, aber hätten wir darauf verzichtet, wären wir unserer Meinung nach am Thema vorbeigeschossen. Und wir haben stets versucht, Rücksicht auf die derischen Gegebenheiten zu nehmen. Aventurien ist in vielen Bereichen anders als die Wirklichkeit aufgestellt, beispielsweise ist die Gleichberechtigung und die Akzeptanz gegenüber gleichgeschlechtlicher Liebe deutlich größer als in der irdischen Vergangenheit oder Gegenwart. Das wollten wir unbedingt für die Spielwelt erhalten und nochmals verdeutlichen. An einigen Stellen des Buches wirst du Feature-Themen entdecken, in denen wir im Detail auf wichtige Punkte eingehen, die Aventurien von der irdischen Wirklichkeit unterscheiden.

Was den Regelteil angeht: Alle Sex-Regeln sind Fokusregeln: Du brauchst nicht mit ihnen zu spielen. Aber du solltest mit ihnen spielen, sie sind super! Wir haben Spielspaß und Humor in diesem Band immer dem Realismus vorgezogen. Lese Wege der Vereinigungen am besten mit einem zwinkernden Auge und auf keinen Fall dort, wo es dir peinlich sein könnte, dass man dich dabei beobachtet.

Viel Spaß bei der Lektüre.

Alex Spohr (für die Redaktion)
An einem prickelnden Augusttag
Steinfischbach, 2017

( aus Wege der Verinigungen, Seite 6)

 

Ein paar redaktionelle Begleitworte zu
Wege der Vereinigungen

Dieses Buch entstand bekanntermaßen als Aprilscherzidee und in seinem Kern sollte das fertige Werk die wichtigste Eigenschaft eines Scherzes beibehalten: Humor. Wie ich schon im Vorwort geschrieben habe, kann man mit einem Buch über Sex eine ganze Menge falsch machen. Ich erinnere mich noch daran, dass wir allein bei dem Formungszauber und den Zeremonien Körper der Radscha Uschtammar und Geschlechterwechsel x Versionen entwickelt haben, bis es zur fertigen Formulierung kam. Um nur ein paar Probleme aufzugreifen: Worin unterscheidet sich eine männliche von einer weiblichen Brust? Sollte man Brustformung auf Männer anwenden können? Wo wächst bei der Radscha Uschtammar-Zeremonie der zweite Penis / die zweite Vagina? Auch an Stellen, wo ich es nicht vermutet hätte, gab es Diskussionen, beispielsweise beim Thema Verbalerotik. Man kann vortrefflich darüber streiten, wie das genau funktioniert. Grundsätzlich muss man aber festhalten, dass bei aller Liebe zum Realismus die Regelelemente lieber nach Funktionsfähigkeit erstellt wurden.

Eine wichtige Prämisse für den Band war, dass wir niemanden bloßstellen und bestrafen wollten. Alle Sexpraktiken, die wir vorgestellt haben, haben ihre Vorteile (und ein paar Nachteile). Ein großer Penis kann ebenso das Liebesspiel positiv beeinflussen wie ein kleiner. Wir wollten hier mit einer positiven Einstellung den Spaß beim Anwenden der Regeln und beim Auswürfeln vergrößern.

In den Band sind ziemlich viele zusätzliche Teststunden von Lesern geflossen, die uns sowohl bei der Regelanwendung, als auch bei komplexen Problemen und bei moralisch-ethischen Fragen ihre Expertise zur Verfügung gestellt haben.

Bei der Illustrierung war es uns sehr wichtig, dass es eine gute Verteilung der Kulturen, Spezies und sexuellen Präferenzen gab. Es war nicht unsere Absicht, dass jedes Bild nackte Personen zeigt. Das Thema des Bandes wäre aber verfehlt, wenn sie alle angezogen wären. Insofern enthält Wege der Vereinigungen schon einige freizügige und ... rahjagefällige Illustrationen.

Der Band enthält an einigen Stellen eine recht derbe Sprache. Sicherlich, es gab schon einige DSA-Romane, die sich ebenfalls der Garether Gossensprache bedienten, aber in Regel- und Hintergrundbänden war dies eher selten bis gar nicht der Fall. Es wäre aber bei Wege der Vereinigungen irgendwie falsch gewesen, darauf zu verzichten.

Es gab zudem Themen, die wir aus unterschiedlichen Gründen nicht behandeln wollten und ich denke, ich sollte dazu ein paar Worte sagen und Gründe benennen:
# Sexuelle Gewalt, Vergewaltigungen, Sexualstraftaten und deren Bestrafung: Das Buch soll Spaß machen und diese Themen machen weder beim Lesen Spaß, noch uns beim Schreiben.
# Schwangerschaften und Geburt: Da diese Themen sich nicht mehr um das Liebesspiel drehen, haben wir alles jenseits der Zeugung und Empfängnis weggelassen. Aber vielleicht behandeln wir das nochmal in einer weiteren Spielhilfe.
# Liebe und Ehe: Diese beiden Themen werden nur am Rande gestreift, da sie nicht zentraler Bestandteil des Bandes sind.

Ich hoffe, diese Erklärungen unserer Absichten helfen dir zu verstehen, warum wir einige Themen ausgelassen haben, oder was unsere Hintergedanken bei der Entwicklung von Wege der Vereinigungen waren.

Der passende Abschluss eines solchen Werkes gehört dem Leitspruch von Jacqueline Careys Kushiel-Triologie:

Liebe, wie es dir gefällt.

Lieblichste Grüße
Alex Spohr (für die Redaktion)

(aus Wege der Vereinigungen, Seite 233)