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Namenlose Weihe

Die vorliegende Regel ist eine Fokusregel der Stufe I für den Themenkomplex Vorteil Geweihter und Tradition (Namenloser Kult).

Diese Fokusregel kann sowohl für Meisterpersonen genutzt werden als auch für Spieler, die einen Namenloser-Geweihten als Charakter wählen. Mehr zum Spielen eines Geweihten des Namenlosen siehe Aventurisches Götterwirken, Seite 63.

Anders als bei den Zwölfgöttern ist die Weihe eines Dieners des Namenlosen immer mit einem Opfer verbunden. Zwar ist es durchaus üblich, dass bei der Weihe eines neuen Geweihten auch Menschenopfer dargebracht werden, aber in erster Linie zählt das Selbstopfer eines Geweihten. Erst durch diese Opferung wird aus einem weltlichen Anhänger des Gottes ohne Namen ein Namenloser-Geweihter, der in höhere Weihegrade aufsteigen kann, vorausgesetzt, er opfert immer mehr von sich.

 

Die vier Weihegrade

Alle Kulte des Namenlosen kennen vier Weihegrade, die jeweils für einen deutlichen Hinzugewinn von karmaler Macht stehen, aber auch immer größere Opfer verlangen. Das Selbstopfer kann sich der Geweihte meist aussuchen, aber es gibt auch Kulte, die auf die Opferung eines bestimmten Körperteils oder Aspekts bestehen. Körperliche Opfer wie Finger und Zehen sind traditionell häufiger anzutreffen, aber gerade Kulte, für die Tarnung ein wichtiges Element ist, nutzen stattdessen lieber die Opferung von exotischeren Eigenschaften.

# 1. Grad: Um sich dem Namenlosen zu weihen und damit den 1. Weihegrad zu erreichen, muss der Geweihte eine Probe auf Selbstbeherrschung erschwert um 1 ablegen. Gelingt die Probe, so hat er den 1. Grad erreicht und ist fortan dem Namenlosen geweiht. Der Diener muss mit AP den Vorteil Geweihter aktivieren, ebenso die Sonderfertigkeit Tradition (Namenloser Kult). Misslingt die Probe, so kann der Versuch nach 13 Tagen wiederholt werden. Die Erschwernis für die Probe auf Selbstbeherrschung steigt bei jeder wiederholten Probe um 1*. Selbstopfer eines höheren Grades erleichtern die Probe um ihre Differenz zum angestrebten Grad. Egal, ob die Probe ge- oder misslungen ist, der Diener des Namenlosen verliert 1 permanenten LeP**, den er nicht wieder mit AP zurückkaufen kann. Außerdem hat er das, was er opfern wollte, verloren und muss beim nächsten Versuch ein anderes Selbstopfer wählen.

Selbstopfer***: Fähigkeit zu Weinen, Finger, Freude, Nase, Ohr, Geruchs- & Geschmackssinn, Körperhaare, Mitgefühl, Pigmentierung, Schamgefühl, Unschuld, Zähne, Zeh*

# 2. Grad: Um den nächsten Grad zu erreichen, muss dem Geweihten eine Probe auf Selbstbeherrschung gelingen, die um 3 erschwert ist. Gelingt die Probe, muss der Geweihte die SF Höhere Weihe I mit AP aktivieren. Zudem sind alle seine Liturgien um 1 erleichtert. Misslingt die Probe, so kann der Versuch nach 13 Wochen wiederholt werden. Die Erschwernis für die Probe auf Selbstbeherrschung steigt bei jeder wiederholten Probe um 1*. Selbstopfer eines höheren Grades erleichtern die Probe um ihre Differenz zum angestrebten Grad. Egal, ob die Probe ge- oder misslungen ist, der Diener
des Namenlosen verliert 2 permanente LeP**, die er nicht wieder mit AP zurückkaufen kann. Außerdem hat er das, was er opfern wollte, verloren und muss beim nächsten Versuch ein anderes Selbstopfer wählen.

Selbstopfer***: Auge, Fuß, Geschlechtsteil, guter Geruch, Hand, Lachen, Lustgefühle, Sättigung

# 3. Grad: Der nächste Weihegrad erfordert eine Probe auf Selbstbeherrschung erschwert um 5. Gelingt die Probe, muss der Geweihte die SF Höhere Weihe II mit AP aktivieren. Zudem sind alle seine Liturgien um 2 erleichtert. Misslingt die Probe, so kann der Versuch nach 13 Monaten wiederholt werden. Die Erschwernis für die Probe auf Selbstbeherrschung steigt bei jeder wiederholten Probe um 1*. Selbstopfer eines höheren Grades erleichtern die Probe um ihre Differenz zum
angestrebten Grad. Egal, ob die Probe ge- oder misslungen ist, der Diener des Namenlosen verliert 3 permanente LeP**,
die er nicht wieder mit AP zurückkaufen kann. Außerdem hat er das, was er opfern wollte, verloren und muss beim nächsten Versuch ein anderes Selbstopfer wählen.

Selbstopfer***: Gesicht, Schatten, Verträglichkeit gegenüber Sonnenlicht, Zunge

# 4. Grad: Für den letzten Weihegrad muss ein Namenloser- Geweihte eine Probe auf Selbstbeherrschung erschwert um 7 bestehen. Gelingt die Probe, muss der Geweihte die SF Höhere Weihe III mit AP aktivieren. Zudem sind alle seine Liturgien um 3 erleichtert. Misslingt die Probe, so kann der Versuch nach 13 Jahren wiederholt werden. Die Erschwernis für die
Probe auf Selbstbeherrschung steigt bei jeder wiederholten Probe um 1*. Egal, ob die Probe ge- oder misslungen ist, der Diener des Namenlosen verliert 4 permanente LeP**, die er nicht wieder mit AP zurückkaufen kann. Außerdem hat er das, was er opfern wollte, verloren und muss beim nächsten Versuch die Seele eines anderen Kulturschaffenden opfern.

Selbstopfer***: Seele

*) Proben für das Erlangen eines höheren Weihegrads sind davon nicht betroffen.

**) Dies bedeutet, dass der Geweihte sich zwar auch weiterhin mit AP LeP dazukaufen kann, aber sein Maximum um den Verlust des Selbstopfers reduziert ist. Wer also bis zu 12 LeP dazukaufen kann, und 3 permanente LeP insgesamt durch Selbstopfer verloren hat, kann nur noch 9 LeP dazukaufen.

***) Das Selbstopfer sollte je nach Meisterentscheid mit Nachteilen wie beispielsweise Stigma, Stumm, Verstümmelt oder ähnlichen Einschränkungen verbunden sein. Je nach Opferung können auch andere Nachteile wie Eingeschränkter Sinn, Taub usw. sinnvoll sein.

 

Patzer und Kritische Erfolge bei der Weihe

Ein Kritischer Erfolg bei der Probe auf Selbstbeherrschung sollte dem Geweihten eine permanente Erleichterung auf eine Liturgie seiner Wahl einbringen. Ein Patzer hingegen bedeutet meist, dass der Gott ohne Namen den Diener verabscheut und ihm keine weitere Chance gewährt. Vielleicht fährt dessen Seele sofort aus dem Leib, oder der Gott gibt anderen Kultisten ein Zeichen, dass sie den Unwürdigen auf der Stelle töten sollen.

 

Segnungen, Liturgien und Zeremonien nach der Weihe

Nachdem ein Diener des Namenlosen den 1. Weihegrad erreicht hat, verfügt er über Karma und kann Segnungen, Liturgien und Zeremonien einsetzen. Wann er diese erlernt, hängt sehr vom Verlauf seiner Einführung in die Lehren des Namenlosen Gottes ab. Eventuell hat er sich im Vorfeld schon die richtigen liturgischen Texte durchgelesen, sein Mentor hat sie ihm beigebracht, oder er muss sie alle noch erlernen. Soll der neue Geweihte bereits Vorkenntnisse besitzen, so kann er ab der Weihe direkt bis zu 7 Liturgien und Zeremonien der Verbreitung allgemein oder Namenloser nach den üblichen Regeln aktivieren. Der maximale FW muss dabei an die gesammelten AP und den damit verbundenen maximalen FW der Erfahrungsgrade angepasst werden. Der Meister hat das letzte Wort, welche Liturgien zu Beginn aktiviert werden dürfen und welche nicht.

 

Tod eines Namenlosen-Geweihten

Neben dem Opfern von Körperteilen kann es auch zum ultimativen Opfer eines Geweihten kommen: seinem Tod. Beim Tod eines Geweihten des Namenlosen kann es geschehen, dass seine Leiche sich in Rauch auflöst oder sich z. B. in ein ätherisches, schwarzes Schattenwesen mit Flügeln verwandelt und in den Himmel aufsteigt. Solcherlei Erscheinungen sind völlig harmlos, lösen aber bei einer misslungenen Probe auf Willenskraft (Bedrohungen standhalten) Furcht in Höhe des Grads des verstorbenen Geweihten – QS/2 aus. Wenn du diese Erscheinungen in deine Abenteuer einbauen möchtest, kann du beim Tod von Namenloser-Geweihten folgende Tabelle verwenden
und mit 1W20 würfeln:

Verschwinden der Leiche eines Namenloser-Geweihten

Grad bei Tod des Geweihten Wahrscheinlichkeit (W20)
1. Grad 1
2. Grad 1-5
3. Grad 1-10
4. Grad 1-15

Publikation(en):
Aventurisches Götterwirken, Seite 76